Krimikultur: Archiv

Materialien zur Krimikultur

  • Im Krimikultur-Archiv

    finden Sie Aufsätze, Diskussionen, Gespräche und andere Arbeiten zum Thema "Krimikultur". Was das ist? Was das werden könnte? Darüber redet die Interessengemeinschaft Krimikultur, der man zwanglos beitreten kann. Weitere Informationen zur IG Krimikultur und die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme finden Sie hier.
  • RSS Krimi-Depeschen

  • Kategorien

  • Archive

Archive for the ‘Theorie’ Category

Der Anti-Schreibratgeber-Schreibratgeber

Posted by Dieter Paul Rudolph - 28. August 2015

Wenn ich einen Kuchen backen will und keine Ahnung habe, wie ich das anstellen soll, dann frage ich jemanden, der Ahnung davon hat. Warum also nicht auch, wenn ich „ein Buch“ schreiben möchte und nicht weiß, wie? Da immer mehr Menschen „ein Buch“ schreiben wollen – warum auch immer, vielleicht weil das Fernsehprogramm immer schlechter wird oder man der Einzige im Büro ist, der noch keins geschrieben hat -, gibt es auch immer mehr Menschen, die „Schreibratgeber“ veröffentlichen. Um es vorweg zu sagen: Ich gehöre dazu, wenngleich mein oberster Rat immer der ist, dass gute Literatur vor allem jenseits von Regeln entsteht. Wäre dies nicht der Fall, würden wir unsere Geschichten noch immer in antikem Versmaß verfassen.

Den Rest des Beitrags lesen »

Advertisements

Posted in Analysen, Theorie | 2 Comments »

Lektorinnen – einige Wahrheiten

Posted by Dieter Paul Rudolph - 13. August 2015

Lektorinnen – geheimnisvolle Wesen, geliebt und gehasst, so mysteriös wie Yetis und Yogis. Und wieso eigentlich „LektorINNEN“? Weil die meisten Mitglieder dieses Berufsstandes nun einmal weiblich sind und wir die Männer deshalb unter „Lektorinnen“ mitlaufen lassen. Erste schlichte Wahrheit.

Und gleich ein paar weitere. „Lektor“ ist kein offizielles Berufsbild mit Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. Jeder kann sich so nennen und seine Dienste anbieten – und seit dem Selfpublisher-Boom wird davon auch reger Gebrauch gemacht. Nächste Wahrheit: Das Studium der Germanistik oder Literaturwissenschaften befähigt nicht per se zum Lektorieren. Wer jemals einen Schritt in ein germanistisches Seminar gesetzt hat, weiß, dass man dort viel lernen kann: Mittelhochdeutsch, korrektes Zitieren und Bibliografieren, den historisch-kritischen Umgang mit Texten, dazu allerhand Buntes aus der aufregenden Welt der Literaturgeschichte. Wie man „besser schreibt“, lernt man dort nicht. Und auch nicht, wie man rechtschreibt.

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Analysen, Berufskunde, Kommunikation, Theorie | 1 Comment »

KEINE KRITIK! Vom Niedergang der Rezension

Posted by Dieter Paul Rudolph - 26. Juli 2015

Es ist noch nicht lange her, da hießen Kundenrezensionen bei Amazon Kundenmeinungen. Und genau das waren sie auch. Elfriede K. aus B. hatte sich einen Thriller gekauft und „konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen“ oder, schlecht für den Autor, „hat sich furchtbar gelangweilt“. Dies aller Welt kundzutun, war und ist das gute Recht von Elfriede K. und  anderen Kunden Amazons, es gibt detaillierte Erfahrungsberichte, man weist auf Mängel hin – und ich muss zugeben, dass mich die geballte negative Kritik an der Elektronik einer Digitalkamera selbst einmal von deren Erwerb abgehalten hat.

Aber bei Büchern? Was interessiert es mich, von mir völlig unbekannten Personen zu erfahren, James Ellroy schreibe ihnen „zu wirr“ oder der neueste Ostfriesenkrimi sei „spannend“? Wenn dann gar noch der Sprachstil als „komisch“ oder „gut zu lesen“ empfunden wird, klinke ich mich aus. Die Meinung des Lesers ist die Meinung des Lesers. Wenn sie jedoch nicht begründet ist, hat sie mit einer „Rezension“ nichts zu tun. Rezensionen nämlich sind „begründete Meinungen“ – und die bei Amazon und Konsorten so selten wie ein Hammerhai im Goldfischglas.

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Analysen, Berufskunde, Dokumente, Kommunikation, Polemik, Rezensionen, Theorie | 7 Comments »

Das große Thrillern

Posted by Dieter Paul Rudolph - 10. Juli 2015

Etwa 30% von Amazons Top 100 bei E-Books sind Krimis, eine ziemlich konstante Zahl. Aktuell (10.7.2015, 9 Uhr) befinden sich gar neun von ihnen unter den Top 20. Aber Moment mal … Krimis? Sieben dieser Titel werden schon auf dem Cover als »Thriller« ausgewiesen, einer »Ostfriesenkrimi« genannt und ein anderer schlicht »Roman«.

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Analysen, Berufskunde, E-Books, Rudolph Dieter Paul, Theorie | Leave a Comment »

Was ne Woche!

Posted by Dieter Paul Rudolph - 11. Mai 2013

Platzt die Blase? Oder blatzt die Plase? Dass die Bluse plutzt, na gut, das kennen wir ja schon. Willkommen zur nächsten Runde von „Der Krimi stirbt und verstreut seine Eingeweide in der Gegend – und ich bin dabei.“ Nebst, das ist neu, charmantem Insiderdissing des Syndikats, den Vereinigten Staaten der hiesigen Krimischaffenden. Und das auch noch in der „Welt“! Nicht wie sonst üblich im Hinterstübchen des Krimiklüngels. Wofür die Urheberin des Streits, Frau Stephan aka Chaplet auch umgehend von ihresgleichen Prügel bezog. Wenn schon offene Kritik, dann bitte nicht öffentlich!

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Rudolph Dieter Paul, Selbstauskunft, Theorie | Leave a Comment »

Der wahre Schund – eine Typologie

Posted by Dieter Paul Rudolph - 21. Februar 2013

Schund ist vielfältig, ein zunächst einmal wertneutraler Begriff wie „Literatur“. Er ist gut oder schlecht, neuer Wein oder alter Schlauch, mit oder ohne Schnittmengen. Im Rahmen meiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Berater des Schundbüros habe ich versucht, einige typische Merkmale von „wahrem Schund“ zu beschreiben. Dem also, der weder den verkopften Intellektuellen noch den zum Lesevieh degradierten Konsumenten als Zielgruppe ausmacht, sondern ein zugleich denkendes und seinem Unterhaltungsbedürfnis frönendes Wesen. Mancher der folgenden Punkte ist stichwortartig und bedarf der Vertiefung.

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Analysen, Rudolph Dieter Paul, Schund, Schundheft, Theorie | 4 Comments »

Fall und Aufstieg

Posted by Dieter Paul Rudolph - 5. Februar 2013

Nein, das ist mir schon klar: Kriminalliteratur lebt von Stereotypen, von Versatzstücken, der Verwurstung des Ewiggleichen in immer neuen Zusammenstellungen, bis am Ende das Stilmittel der variierten Wiederholung ausgereizt ist und nur noch die Wiederholung selbst bleibt. Krimis sind dazu verdammt, in unregelmäßigen Abständen zu degenerieren, sich durch Inzucht fortzupflanzen, sich zu klonen, bis aus einer Novität endgültig eine Nervität geworden ist und schon die Zurkenntnisnahme des Klappentextes einen solchen Wiedererkennungseffekt zeitigt, dass man gar nicht weiterzulesen braucht und auch nicht kann, weil man schnellstens aufs Klo muss.

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Analysen, Krimi und Gesellschaft, Krimimarkt, Rudolph Dieter Paul, Theorie | 2 Comments »

Ein Gespräch mit Norbert Horst

Posted by Dieter Paul Rudolph - 16. September 2009

norbert_horstNorbert Horst, 1956 in Bad Oeynhausen geboren, hat sich in relativ kurzer Zeit als einer der wichtigsten deutschsprachigen Kriminalschriftsteller etabliert. Erst 2003 debütiert er („Leichensache“), mit den folgenden Romanen („Todesmuster“ 2005, „Blutskizzen“ 2006, „Sterbezeit“ 2008) um seinen Protagonisten, den Kriminalhauptkommissar Konstantin Kirchenberg, überzeugt er Kritik und Leserschaft, gewinnt den Deutschen Krimipreis ebenso wie den Glauser. Es ist nicht nur die „authentische Polizeiarbeit“, mit der Horst (selbst Polizist und früher u.a. in Mordkommissionen tätig) punktet. Auffälliger noch die Erzählperspektive. Was wir erfahren, erfahren wir aus der Gedankenwelt Kirchenbergs, ein steter, nicht den Regeln der Schriftlichkeit verpflichteter Strom von Gedanken, Assoziationen, Satzfragmenten, „literarisch“ in dem Sinne, dass Sprache nicht als notwendiges Übel betrachtet, sondern als wichtigstes Werkzeug des Autors mit Überlegung eingesetzt wird.
Hier setzt das Gespräch an, das Dieter Paul Rudolph mit Norbert Horst geführt hat. Weitere Informationen zu Autor, Werk und Rezeption findet man auf seiner Website.

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Gespräche, Horst Norbert, Interviews, Rudolph Dieter Paul, Theorie, Uncategorized | Leave a Comment »

Ein Kritiker, ein Buch – zwei Rezensionen (2005)

Posted by Dieter Paul Rudolph - 27. August 2009

Eigentlich wollte ich nur eine Rezension zu David Peace, 1974 schreiben. Dann, etwas später, habe ich die dort beigebrachten Argumente FÜR das Buch so gewichtet, dass sie sich plötzlich GEGEN das Buch kehrten. Aus dem Lob wurde ein Verriss. Ich musste das meiste nicht einmal neu schreiben. Und was lernen wir daraus? Literaturkritik ist eine  höchst sensible Angelegenheit…

Dieter Paul Rudolph (2009)

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Peace David, Rezensionen, Rudolph Dieter Paul, Theorie | Leave a Comment »

Ein Gespräch mit Martin Compart (2009)

Posted by Dieter Paul Rudolph - 7. August 2009

compart_fotoMartin Compart, 1954 in Witten / Ruhr geboren, gehört seit den frühen 80er Jahren zu den umtriebigsten, produktivsten und unbequemsten Protagonisten der deutschen Krimiszene. 1982 wurde der studierte Politikwissenschaftler Herausgeber der gelben Ullstein-Krimis, betreute ab 1996 die Kriminalliteratur des Verlags Bastei Lübbe („Schwarze Serie“) und arbeitete ab 1999 an der ebenso wichtigen wie kurzlebigen Reihe DuMont Noir. Daneben veröffentlichte er Diverses zum Krimi in all seinen Erscheinungformen, u.a. in Spiegel, Esquire, taz und Musik-Express, widmete sich dem Drehbuchschreiben (1. Preis des SAT 1 – Drehbuchwettbewerbs 1994, Preis „Das Script“ von Taunus-Film 1996). Immer auch wieder Buchprojekte, vor allem zum Noir: „Noir 2000“, „Dark Zone“, „2000 Light Years from Home“. 2001 kam schließlich  im Strange Verlag sein erster Kriminalroman „Der Sodom-Kontrakt“ (2007 im Alexander Verlag neu veröffentlicht) auf den Markt, am Nachfolger wird gearbeitet. Seit einiger Zeit ist Martin Compart auch als Blogger tätig, u.a. mit detailreichen  Dokumentationen zu Raymond Chandler, der Entwicklung der Pornoindustrie und Krimiserien. (Mehr zur Biografie hier)

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Compart Martin, Gespräche, Interviews, Krimi und Gesellschaft, Krimimarkt, Rudolph Dieter Paul, Theorie, Uncategorized | 1 Comment »