Krimikultur: Archiv

Materialien zur Krimikultur

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Archive for the ‘Selbstauskunft’ Category

Warum Selfpublisher nicht unbedingt die schlechteren Autoren sein müssen

Posted by Dieter Paul Rudolph - 28. Januar 2016

Ich bin Selfpublisher. Nicht nur, aber auch. Und dass ich (wieder) für Verlage arbeite, hat damit zu tun, dass ich es eine Zeit lang nicht getan habe und mir anderweitig behelfen musste. Meine Entscheidung, es auf eigene Faust und mit vollem unternehmerischen Risiko zu versuchen, war keine der höheren Tantiemen, die ein Selfpublisher einstreichen kann (theoretisch jedenfalls; wie es in praxi aussieht, steht auf einem anderen Blatt). Nein, ganz simpel: Ich hatte keinen Verlag mehr. Meine Bücher haben sich nie gut verkauft, irgendwie war ich ein »Writer’s writer«, Kollegen lasen meine Texte gern, Kritiker ebenfalls, zahlende Leser leider nicht. Daran hat sich bis heute übrigens wenig geändert, aber dazu später mehr.

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Blick zurück in die Woche

Posted by Dieter Paul Rudolph - 18. Mai 2013

Verschulung, Gewohnheiten, Gesetze. Rowohlt macht jetzt eine „Krimischule“. Rowohlt. Wir erinnern uns. War einmal ein Krimiverlag, unter anderem, brachte uns die ersten Schwedenwelle, der leider weitere folgten. Brachte uns den Soziokrimi, der unter seiner Dialektik erstickte. Brachte uns… Nein, „Krimischulen“ sind weder originell noch das, was wir bei Facebook als „gefällt mir“ markieren. Letztlich sind sie Honigtöpfchen für Schreibbienchen, denen der Stachel des Literarischen fehlt. Ausnahmen inbegriffen, wie das halt so ist. Schulen generieren Rädchen im Getriebe, das war schon immer so, normierte, vorgestanzte, letztlich leblose Aneinanderreihungen von Buchstaben. As usual.

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Was ne Woche!

Posted by Dieter Paul Rudolph - 11. Mai 2013

Platzt die Blase? Oder blatzt die Plase? Dass die Bluse plutzt, na gut, das kennen wir ja schon. Willkommen zur nächsten Runde von „Der Krimi stirbt und verstreut seine Eingeweide in der Gegend – und ich bin dabei.“ Nebst, das ist neu, charmantem Insiderdissing des Syndikats, den Vereinigten Staaten der hiesigen Krimischaffenden. Und das auch noch in der „Welt“! Nicht wie sonst üblich im Hinterstübchen des Krimiklüngels. Wofür die Urheberin des Streits, Frau Stephan aka Chaplet auch umgehend von ihresgleichen Prügel bezog. Wenn schon offene Kritik, dann bitte nicht öffentlich!

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Samstag, Blick zurück

Posted by Dieter Paul Rudolph - 4. Mai 2013

Samstag, 6 Uhr 30. Ja, ich stehe auch am Wochenende so früh auf! Zeitung reingeholt. Zufälliger Blick auf eine Schlagzeile im Innenteil: „Wir sind nicht mehr die führende Kulturnation!“ (Ausrufezeichen von mir). Sofort in tiefe Depression verfallen. Ach! Noch soforter an den deutschen Krimi gedacht. Ob er jetzt heult? Die Amis plötzlich besser? Oder die Schweden, die Andorraner? Armer, armer deutscher Krimi. Dahinter steckt eine Intrige, bald lassen sich deutsche Krimischaffende wieder nackt fotografieren, auf den Brüsten in Leuchtfarbe: „Betrug!“ So wird es kommen, glaubt mir nur.

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Samstag, 27.04.13, Rückblick

Posted by Dieter Paul Rudolph - 27. April 2013

Wörter, die ich nicht mag, mit denen einen aber Dumm- und Gedankenlosigkeit ständig triezen: Schreiberling, Krimikost, akribisch recherchiert. Noch ärgerlicher der Umstand, dass man bei Facebook dem Namen ein „Autor“ oder „Autorin“ anfügen zu müssen glaubt, als sei das ein akademischer Grad oder sonst wie ein Grund pauschaler Verehrungswürdigkeit.

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Rückblick, Ausblick

Posted by Dieter Paul Rudolph - 22. April 2013

Schreibarbeit: Essay über den Schund in Theorie und Praxis, endlich fertig, als Gastbeitrag auf einem befreundeten Blog. Kernthese: Schund ist ein soziologischer Kampfbegriff, ein Pfeil im Köcher der sozialen Diffamierung. Abgrenzung: Schund ist nicht Kitsch! Kitsch ist eine literarische Diagnose, speziell im Krimigenre der Versuch, „Anspruch“ zu generieren und doch nur das Ausgelutschte noch einmal in neues Papier einzuwickeln. Zitat: „Neben dem Kitsch der Erniedrigung von Geschichten und Sprache existiert also auch der Kitsch der Erhöhung von Geschichten und Sprache zu einem letztlich affirmativen System von „Anspruch“. Wer nicht liest, um sein Gehirn bei der Bearbeitung des intellektuellen Common Sense hörbar ächzend in Schwingungen zu versetzen, wer gar nur „aus Wolluscht“ schmökert, fällt ohne Umschweife aus der Hochkultur.“

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Krimikritik – Fazit und persönlicher Ausblick

Posted by Dieter Paul Rudolph - 14. April 2013

Acht Jahre Krimikritik. Acht Jahre zwischen der Liebe der Gelobten und dem Hass der Verrissenen. Aber das ist in Ordnung. Acht Jahre aber auch unfreiwilliger Teil einer „Szene“, deren Protagonisten die Attitüde machtbewusster Diktatoren pflegen, kleine Kims, deren Armeen „Listen“ und „Preis“ heißen, deren Personal wiederum so ausgesucht wurde, dass es die Hegemonie der Herrschenden sichert, die bei den unausweichlichen Machtkämpfen ihre Seilschaften geschickt dirigieren. Acht Jahre, in denen der deutsche Krimi abwechselnd als „zu provinzell“ oder „zu internationalistisch“ etikettiert wurde, in dem man wie der gute alte Berliner Leierkastenmann in den Zille’schen Hinterhöfen die Moritat vom baldigen Platzen der Krimiblase singsangte und die ewigen neuen Säue durch Potemkinsche Dörfer trieb. Acht Jahre, in denen Autorinnen und Autoren gute Miene zum durchsichtigen Spiel machen mussten. Entweder anbiedern und darauf hoffen, „besprochen“ zu werden – oder es nicht tun und damit dem Schweigen der Kritik anheimzufallen.

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Der Noir-Fragebogen

Posted by Dieter Paul Rudolph - 10. April 2013

Jetzt hat es mich auch erwischt! Ich habe den –> legendären Noir-Fragebogen beantwortet. Und mich endlich geoutet: Von Filmen habe ich keine Ahnung!

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Psychogramm eines Krimiautors -3-

Posted by Dieter Paul Rudolph - 8. April 2013

–> Psychogramm eines Krimiautors -1-

–> Psychogramm eines Krimiautors -2-

Der Autor, der gerade einen Krimi liest, hat eine Theorie. Sie besagt, dass die Welt zugrundegehen wird, weil die Menschen die falschen Bücher lesen. Was wiederum auf einer anderen Theorie fußt, der nämlich, die Menschen verwechselten Komplexität mit Unordnung. Und lesen folgerichtig, um Ordnung zu schaffen. Und, noch folgerichtiger, lesen deshalb vor allem Krimis, denn wo wird mehr Ordnung geschaffen als dort? Conclusio: Der Autor denkt also, die Welt geht zugrunde, weil zuviele Krimis gelesen werden.

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Psychogramm eines Krimiautors -2-

Posted by Dieter Paul Rudolph - 4. April 2013

–> Psychogramm eines Krimiautors -1-

Wo wir stehengeblieben waren: bei einem Autor, der kein Krimiautor sein wollte, aber dennoch einer wurde, weil er einen Krimi las. Nun gut, dachte er. Ich habe viel Literatur gelesen, da darf es zur Abwechslung auch mal ein Krimi sein. Man muss noch nicht einmal überlegen, ob ein Krimi gut ist oder nicht, man merkt es nämlich körperlich. Ist der Krimi gut, kann man ihn nicht mehr aus der Hand legen. Ist er schlecht, nimmt man ihn nicht mehr zur Hand, höchstens noch, um auf der letzten Seite nachzulesen, wer die alte Oma mit dem Auto überfahren hat. So oder so: Wenn man fertig ist, hat man vergessen, was man eigentlich gelesen hat, das ist wie mit der „Tagesschau“, von der weiß man nach fünfzehn Minuten auch nur noch, dass Frau Merkel diesmal ihre schwarze Handtasche in Brüssel dabei hatte.

Warum der Autor überhaupt einen Krimi las, obwohl er doch eigentlich sonst nur Literatur las, liegt auf der Hand: die Zeit totschlagen. Von allen Gewaltverbrechen ist dies das häufigste und das am seltensten geahndete. Nirgendwo gibt es Behörden, die in Fällen von Zeittotschlag irgendwelche „Sonderkommissionen“ bilden und ermitteln lassen. Wäre der Autor ein junger Mann gewesen, es hätte ihn empört, aber er war ja kein junger Mann mehr. Er war schon älter und weil er älter war, war er desillusioniert, das heißt: Er war Realist, er war nüchtern geworden und es gab auf der ganzen Welt nicht genügend Alkohol, ihm diese Ernüchterung wieder auszutreiben.

Was ihn an diesem Kriminalroman, den er las, faszinierte, war folgendes: Er hatte so offensichtlich nichts mit Literatur zu tun, dass die Gefahr, er könne von einem „Literaturbetrieb“ vereinnahmt werden, gar nicht erst bestand. Der Autor hatte selbst noch nie etwas mit diesem „Literaturbetrieb“ zu tun gehabt. Er wusste nur, dass es ihn gab, dass ihm merkwürdige Menschen angehörten, die von Büchern lebten, die sie selbst nicht geschrieben hatten. Wäre der Autor ein junger Mann gewesen, er hätte dies sofort „cool“ gefunden. Da er aber schon älter war, fand er es nur merkwürdig.

Nun gut, tout le monde lebte von Dingen, die sie nicht zustande gebracht hatten. An Börsen verdiente man sich mit Reis und Getreide, das andere säten und ernteten, goldene Nasen. Auch bei Krimis war das gewiss nicht anders, auch dort gab es Verlage, Buchhandlungen, Lektoren – und alle lebten von Büchern, die nicht die ihren waren. Aber, großer Unterschied: Es gab keine Kritiker, die Wurmfortsätze jedes „Literaturbetriebs“, die Blinddärme, die Dünndärme, der „Betrieb“ also, der für die Verdauung von Literatur zuständig ist und bei dem, wie bei jeder Verdauung, am Ende nur Scheiße in die Schüssel fällt.

Für Krimis konnte es das nicht geben, schließlich verdaute man sie nicht. Sie waren Genuss ohne Reue, ein Stoff, den der Körper vollständig verwertete oder, besser ausgedrückt: vernichtete. Der Autor schwelgte in Visionen. Krimis. Keine Literatur, aber etwas mit Wörtern. Keine Kritiker. Einfach nur: Zeit totschlagen. Er hatte sich dieses Verbrechen immer als eines der langweiligsten überhaupt vorgestellt, noch langweiliger als irgendwo auf Mallorca herumzuliegen und sein Geld für sich arbeiten zu lassen, ohne ihm dabei zusehen zu können. Aber Überraschung: Der Krimi war nicht langweilig. Er war unterhaltend. Er gewährte der Zeit einen gnädigen, einen schleichenden Tod, vielleicht, weil er von anderen, viel ungnädigeren Toden handelte. Und am Ende würde man das Buch zuklappen und alles vergessen haben. Sofort. Man wäre ein Mörder, der sich vom Tatort entfernt und niemals mehr zurückkommt. Man wäre ein Serienmörder, denn wer einmal die Zeit totgeschlagen hatte, der tat es immer wieder, an einem anderen Ort, in einem anderen Buch, denn niemand las einen Krimi zweimal, das wäre in etwa so, als würde man zweimal die selbe Pizza essen. Und niemand störte ihn dabei. Keine Behörde, keine Sonderkommission, nicht einmal ein Kritiker.

Im Moment dieser Vision fasste der Autor einen folgenschweren Entschluss.

 

dpr

 

—wird fortgesetzt—

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