Krimikultur: Archiv

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Archive for the ‘Rezensionen’ Category

KEINE KRITIK! Vom Niedergang der Rezension

Posted by Dieter Paul Rudolph - 26. Juli 2015

Es ist noch nicht lange her, da hießen Kundenrezensionen bei Amazon Kundenmeinungen. Und genau das waren sie auch. Elfriede K. aus B. hatte sich einen Thriller gekauft und „konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen“ oder, schlecht für den Autor, „hat sich furchtbar gelangweilt“. Dies aller Welt kundzutun, war und ist das gute Recht von Elfriede K. und  anderen Kunden Amazons, es gibt detaillierte Erfahrungsberichte, man weist auf Mängel hin – und ich muss zugeben, dass mich die geballte negative Kritik an der Elektronik einer Digitalkamera selbst einmal von deren Erwerb abgehalten hat.

Aber bei Büchern? Was interessiert es mich, von mir völlig unbekannten Personen zu erfahren, James Ellroy schreibe ihnen „zu wirr“ oder der neueste Ostfriesenkrimi sei „spannend“? Wenn dann gar noch der Sprachstil als „komisch“ oder „gut zu lesen“ empfunden wird, klinke ich mich aus. Die Meinung des Lesers ist die Meinung des Lesers. Wenn sie jedoch nicht begründet ist, hat sie mit einer „Rezension“ nichts zu tun. Rezensionen nämlich sind „begründete Meinungen“ – und die bei Amazon und Konsorten so selten wie ein Hammerhai im Goldfischglas.

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Der E-Book-Krimi des Monats

Posted by Dieter Paul Rudolph - 18. April 2013

Ja, schon klar: Wer sich über DilettantInnen im Genre mokieren möchte, der hangele sich durch die Leseproben selbstverlegter Krimis. Als ob es bei verlagsverlegten großartig anders wäre, zieht man die professionelle Kosmetik und Glättung von den Produkten einmal ab. Gibt es keinen Hoffnungsschimmer? Irgendwo das erwähnenswerte Werk, von Kritikern ignoriert, weil nicht automatisch als handfestes Leseexemplar ins Haus geliefert? Von den potentiellen Kunden desgleichen, die denn doch lieber zum nächsten Serienkiller-Nachahmungstext greifen? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht, aber ich will es jetzt wissen. Von alle den als E-Book selbstverlegten Krimis ist mir bisher –> nur einer in wirklich guter Erinnerung geblieben. Sollte es das schon gewesen sein? Überzeugt mich vom Gegenteil, lieber AutorInnen!

Was suche ich? Selbstverständlich den außergewöhnlichen, nicht an irgendwelche Trends angeklebten Krimi, ob kurz oder mittel oder lang. Das Wagnis, die Regelverletzung, das, was man so leicht „individuelle Handschrift“ nennt.

Es funktioniert ganz simpel: Der Blogbetreiber nimmt ab sofort E-Books an, am liebsten im Epub-Format. Er wird sie zumindestens anlesen. Er wird jedem Autor, jeder Autorin kurz sagen, was er davon hält. Er wird, wenn ihn etwas überzeugt, auch öffentlich davon künden, im „E-Book-Krimi des Monats“, einer ab sofort festen Rubrik. Es wird also keine öffentlichen Verrisse geben (und noch weniger Gefälligkeitsgutachten). Ich erkläre das Postfach (siehe Impressum) hiermit für eröffnet… (Nebenbei: Das ist die einzige Korrektur zu meiner festen Absicht, keine „normalen“ Rezensionen mehr zu verfassen. Die Situation ist ja auch nicht normal…)

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Krimikritik – Fazit und persönlicher Ausblick

Posted by Dieter Paul Rudolph - 14. April 2013

Acht Jahre Krimikritik. Acht Jahre zwischen der Liebe der Gelobten und dem Hass der Verrissenen. Aber das ist in Ordnung. Acht Jahre aber auch unfreiwilliger Teil einer „Szene“, deren Protagonisten die Attitüde machtbewusster Diktatoren pflegen, kleine Kims, deren Armeen „Listen“ und „Preis“ heißen, deren Personal wiederum so ausgesucht wurde, dass es die Hegemonie der Herrschenden sichert, die bei den unausweichlichen Machtkämpfen ihre Seilschaften geschickt dirigieren. Acht Jahre, in denen der deutsche Krimi abwechselnd als „zu provinzell“ oder „zu internationalistisch“ etikettiert wurde, in dem man wie der gute alte Berliner Leierkastenmann in den Zille’schen Hinterhöfen die Moritat vom baldigen Platzen der Krimiblase singsangte und die ewigen neuen Säue durch Potemkinsche Dörfer trieb. Acht Jahre, in denen Autorinnen und Autoren gute Miene zum durchsichtigen Spiel machen mussten. Entweder anbiedern und darauf hoffen, „besprochen“ zu werden – oder es nicht tun und damit dem Schweigen der Kritik anheimzufallen.

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Parker oder Wie man einen guten Krimi schreibt

Posted by Dieter Paul Rudolph - 28. März 2013

paradiesIch bin mir ziemlich sicher, dass Investitionen in Schreibratgeber rausgeworfenes Geld sind. Nicht dass alle diese Ratgeber notorisch unbrauchbar wären (die meisten sind es wohl), sondern weil der Griff nach einem solchen Leitfaden nur bedeuten kann, dass dem Benutzer der wichtigste Impuls zum Schreiben abgeht: die Lust, ein Individuum zu sein. Was wiederum nicht bedeutet, dass der Beruf des / der AutorIn eine ausgeprägte Lern- und Beratungsresistenz voraussetzt. Im Gegenteil. Wer schreiben will, muss lesen können. Erforschen, wie andere vor ihm ihre Romanwelten aufgebaut haben. Nur dadurch bekommt man ein Gespür für literarische Strategien, für dramaturgische Kniffe, für die Macht der Details ebenso wie für das Große=Ganze. Robert B. Parkers „Das dunkle Paradies“ ist ein Musterbeispiel für diese Art des Lernens.

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Ria Klug: Lausige Mauscheleien

Posted by Dieter Paul Rudolph - 11. März 2013

klugAlles hat damit begonnen, dass Cornelius Artjens eigentlich Nel Arta sein möchte. Eine Frau, die in einem Männerkörper steckt und diesen endlich loswerden will, nach Brasilien reist, dort aber von einer Unannehmlichkeit in die nächste gerät, zurückkommt – und gleich in der Klapsmühle landet. Immer geht es um das, was man „Machenschaften“ nennt, Mauscheleien im Krankenhauswesen, blanke Geld- und Machtgier. Nel kassiert ihre blauen Flecken, aber sie rappelt sich auf und findet sogar einen passablen Job. Für die Medizinzeitschrift Prosana arbeitet sie journalistisch, eine Pressekonferenz steht an, auf der ein Big Player der Branche die Übernahme eines Berliner Großklinikums erläutern möchte, die – natürlich – mit „personellen Optimierungen“, sprich Entlassungen und weniger Lohn einhergehen soll. Für Nels Kollegen Nick wird es der letzte Job, kurz darauf ist er tot. Die Spur führt in besagte Klinik und zu weiteren, ziemlich lausigen Mauscheleien…

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Schund mit Hund. Wie Friedrich Glauser einmal krachend scheiterte

Posted by Dieter Paul Rudolph - 1. Februar 2013

Schund und Glauser? Klingt wie Krimi und Literatur, kann doch nicht sein. Längst zum Säulenheiligen der deutschsprachigen Kriminalliteratur kanonisiert, zugleich der große Leidende des Genres, immer das autobiografische Rauschen im Hintergrund, die Bilder eines verkorksten Lebens als Morphinist und Insasse diverser Verwahr-, Therapier-, Dahinvegetier- und Zwangsarbeitsanstalten, „unser“ Chester Himes gewissermaßen, nicht ganz so alt geworden wie der, das Ganze eben schweizer-deutsch-dimensioniert, aber Schund? Sofort kommen einem die „Hefti“ in den Sinn, hat man den Friseurgehilfen im „Wachtmeister Studer“ vor Augen, wie er die John-Kling-Hefte liest, oder seine Schwester, in Liebesromane vertieft, von beider Mutter nicht zu reden, die diesen Schund in ihrem Bahnhofskiosk verkauft.

Schund. Die einen lesen ihn, die anderen schreiben ihn, nein, nicht Friedrich Glauser, der Säulenheilige der deutschsprachigen Kriminalliteratur! Oder doch? Ja, doch. Man lese nur „Der Tee der drei alten Damen“.

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Fünf Sterne

Posted by Dieter Paul Rudolph - 25. Januar 2013

Na, ich war schon überrascht. Rezensionsexemplare von „Domestiken I/II“ gibts ja keine, verkauft wurde (fast) auch nichts, aber eine Rezension gibt es doch. Ja, Fortsetzung folgt Ende Februar (E-Book, Teil III) oder für Papierfetischisten Ende Mai („Domestiken III / IV“). Bis dahin Dank an den / die unbekannte/n RezensentIn.

http://www.amazon.de/review/R2BANCTNQZPL6A/ref=cm_cr_dp_title?ie=UTF8&ASIN=1481063200&channel=detail-glance&nodeID=299956&store=books

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E-Book-Check. Vera Jorick: Muttermörderin

Posted by Dieter Paul Rudolph - 24. Januar 2013

Das Buch: Vera Jorick: Muttermörder. ca. 160 Seiten. 2,99 €

Die Autorin: Mitte 30, geboren in Hamm /Westfalen, „Muttermörder“ ist ihr erster Roman

Der Rang: Zum Zeitpunkt dieses Beitrags Nr. 1 im Amazon-Kindle-Shop „Gratis“, Nr. 1 bei „Krimis und Thriller“, gratis. Inzwischen wieder zum normalen Verkaufspreis erhältlich

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Über das Thema hinaus. L.R. Carrinos „Der Verstoß“

Posted by Dieter Paul Rudolph - 23. Januar 2013

t2Wer es sich zur Angewohnheit gemacht hat, den Verkaufspreis eines Buches durch die Anzahl seiner Seiten zu teilen, wird natürlich „Abzocke!“ schreien. 124 Seiten, davon 35 für einen länglichen akademischen Aufsatz zu Text und Thema, das ist starker Tobak. Nun sind solche Zahlenspiele aus mancherlei Gründen, auch ökonomischen, blanker Unsinn, was jeder Leser, der sich durch 500 dröge Seiten für 9,99 gequält hat, bestätigen wird. Das Gewicht der Inhalts ist die einzige literarische Kennziffer von Belang und da entpuppt sich L.R. Carrinos „Der Verstoß“ als Schwergewicht, als „Noir“, der seine ernüchternden Erkenntnisse über den eigentlichen Gegenstand hinaus verbreitet. So wie es sein soll.

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E-Book-Check. Petra Richartz: Verschleppt (Sara Cooper)

Posted by Dieter Paul Rudolph - 20. Januar 2013

Das Buch: Petra Richartz: Verschleppt (Sara Cooper). 195 Seiten, 2,68 €

Die Autorin: Mitte 30, „seit einem Jahr ist sie Hobbyautorin und schreibt Krimis/Thriller“

Der Rang: Zum Zeitpunkt dieses Beitrags Nr. 8 im Amazon-Kindle-Shop, Nr. 3 bei „Krimis und Thriller“

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