Krimikultur: Archiv

Materialien zur Krimikultur

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Archive for the ‘Analysen’ Category

Warum Selfpublisher nicht unbedingt die schlechteren Autoren sein müssen

Posted by Dieter Paul Rudolph - 28. Januar 2016

Ich bin Selfpublisher. Nicht nur, aber auch. Und dass ich (wieder) für Verlage arbeite, hat damit zu tun, dass ich es eine Zeit lang nicht getan habe und mir anderweitig behelfen musste. Meine Entscheidung, es auf eigene Faust und mit vollem unternehmerischen Risiko zu versuchen, war keine der höheren Tantiemen, die ein Selfpublisher einstreichen kann (theoretisch jedenfalls; wie es in praxi aussieht, steht auf einem anderen Blatt). Nein, ganz simpel: Ich hatte keinen Verlag mehr. Meine Bücher haben sich nie gut verkauft, irgendwie war ich ein »Writer’s writer«, Kollegen lasen meine Texte gern, Kritiker ebenfalls, zahlende Leser leider nicht. Daran hat sich bis heute übrigens wenig geändert, aber dazu später mehr.

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Der Anti-Schreibratgeber-Schreibratgeber

Posted by Dieter Paul Rudolph - 28. August 2015

Wenn ich einen Kuchen backen will und keine Ahnung habe, wie ich das anstellen soll, dann frage ich jemanden, der Ahnung davon hat. Warum also nicht auch, wenn ich „ein Buch“ schreiben möchte und nicht weiß, wie? Da immer mehr Menschen „ein Buch“ schreiben wollen – warum auch immer, vielleicht weil das Fernsehprogramm immer schlechter wird oder man der Einzige im Büro ist, der noch keins geschrieben hat -, gibt es auch immer mehr Menschen, die „Schreibratgeber“ veröffentlichen. Um es vorweg zu sagen: Ich gehöre dazu, wenngleich mein oberster Rat immer der ist, dass gute Literatur vor allem jenseits von Regeln entsteht. Wäre dies nicht der Fall, würden wir unsere Geschichten noch immer in antikem Versmaß verfassen.

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Lektorinnen – einige Wahrheiten

Posted by Dieter Paul Rudolph - 13. August 2015

Lektorinnen – geheimnisvolle Wesen, geliebt und gehasst, so mysteriös wie Yetis und Yogis. Und wieso eigentlich „LektorINNEN“? Weil die meisten Mitglieder dieses Berufsstandes nun einmal weiblich sind und wir die Männer deshalb unter „Lektorinnen“ mitlaufen lassen. Erste schlichte Wahrheit.

Und gleich ein paar weitere. „Lektor“ ist kein offizielles Berufsbild mit Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. Jeder kann sich so nennen und seine Dienste anbieten – und seit dem Selfpublisher-Boom wird davon auch reger Gebrauch gemacht. Nächste Wahrheit: Das Studium der Germanistik oder Literaturwissenschaften befähigt nicht per se zum Lektorieren. Wer jemals einen Schritt in ein germanistisches Seminar gesetzt hat, weiß, dass man dort viel lernen kann: Mittelhochdeutsch, korrektes Zitieren und Bibliografieren, den historisch-kritischen Umgang mit Texten, dazu allerhand Buntes aus der aufregenden Welt der Literaturgeschichte. Wie man „besser schreibt“, lernt man dort nicht. Und auch nicht, wie man rechtschreibt.

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KEINE KRITIK! Vom Niedergang der Rezension

Posted by Dieter Paul Rudolph - 26. Juli 2015

Es ist noch nicht lange her, da hießen Kundenrezensionen bei Amazon Kundenmeinungen. Und genau das waren sie auch. Elfriede K. aus B. hatte sich einen Thriller gekauft und „konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen“ oder, schlecht für den Autor, „hat sich furchtbar gelangweilt“. Dies aller Welt kundzutun, war und ist das gute Recht von Elfriede K. und  anderen Kunden Amazons, es gibt detaillierte Erfahrungsberichte, man weist auf Mängel hin – und ich muss zugeben, dass mich die geballte negative Kritik an der Elektronik einer Digitalkamera selbst einmal von deren Erwerb abgehalten hat.

Aber bei Büchern? Was interessiert es mich, von mir völlig unbekannten Personen zu erfahren, James Ellroy schreibe ihnen „zu wirr“ oder der neueste Ostfriesenkrimi sei „spannend“? Wenn dann gar noch der Sprachstil als „komisch“ oder „gut zu lesen“ empfunden wird, klinke ich mich aus. Die Meinung des Lesers ist die Meinung des Lesers. Wenn sie jedoch nicht begründet ist, hat sie mit einer „Rezension“ nichts zu tun. Rezensionen nämlich sind „begründete Meinungen“ – und die bei Amazon und Konsorten so selten wie ein Hammerhai im Goldfischglas.

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Das große Thrillern

Posted by Dieter Paul Rudolph - 10. Juli 2015

Etwa 30% von Amazons Top 100 bei E-Books sind Krimis, eine ziemlich konstante Zahl. Aktuell (10.7.2015, 9 Uhr) befinden sich gar neun von ihnen unter den Top 20. Aber Moment mal … Krimis? Sieben dieser Titel werden schon auf dem Cover als »Thriller« ausgewiesen, einer »Ostfriesenkrimi« genannt und ein anderer schlicht »Roman«.

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Schund – zu Gast bei Freunden

Posted by Dieter Paul Rudolph - 23. April 2013

Im Titel hat’s zwar meinen Namen leicht lädiert, aber der Inhalt ist ähm authentisch. Über Schund in Theorie und Praxis, ein Gastbeitrag für Martin Comparts Blog…
http://martincompart.wordpress.com/2013/04/23/schund-theorie-und-praxis-eines-versuchs-von-dieter-pau-rudolphl/

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Real Life Plotting: Das Fleisch, das sie Pferd nannten

Posted by Dieter Paul Rudolph - 24. Februar 2013

I. Scholz ist Privatdetektiv. Er genießt das Privileg, sich nicht mit Klienten herumärgern zu müssen, seine Fälle bezieht er direkt aus dem wirklichen Leben. Es geht ihm nicht um „das Böse“ und schon gar nicht um „Gerechtigkeit“. Sein Studienobjekt ist die menschliche Psyche, dort wo eine besonders heikle Spielart des „Bösen“ entsteht, aus dem Zusammenwirken von Dummheit und Ignoranz, Egoismus und Bigotterie, selektiver Wahrnehmung und willkürlicher Zurichtung von sogenannten Tatsachen. Auf diesem Feld also ermittelt I. Scholz, er konstruiert Plots, die als Grundlage von Kriminalromanen taugen könnten, die ja, wir wissen es alle, immer „das Böse“ thematisieren, das Verbrechen und seine Aufklärung – ja, richtig: Aufklärung. Scholz ist ein Aufklärer, ein Mann, dem es nicht um Bestrafung zu tun ist – so naiv kann selbst er nicht sein – wohl aber um das Aufzeigen von Verbrechen, die man mit bloßem Auge nicht erkennen kann.

Doch genug der Theorie. Verfolgen wir, wie I. Scholz einen Fall konstruiert, „plottet“. Er hat ihn aus der Zeitung und aus den sogenannten sozialen Medien, eine Fundgrube für die Absonderlichkeiten der menschlichen Psyche. Er nennt ihn „den Fall von dem Fleisch, das sie Pferd nannten“.

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Der wahre Schund – eine Typologie

Posted by Dieter Paul Rudolph - 21. Februar 2013

Schund ist vielfältig, ein zunächst einmal wertneutraler Begriff wie „Literatur“. Er ist gut oder schlecht, neuer Wein oder alter Schlauch, mit oder ohne Schnittmengen. Im Rahmen meiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Berater des Schundbüros habe ich versucht, einige typische Merkmale von „wahrem Schund“ zu beschreiben. Dem also, der weder den verkopften Intellektuellen noch den zum Lesevieh degradierten Konsumenten als Zielgruppe ausmacht, sondern ein zugleich denkendes und seinem Unterhaltungsbedürfnis frönendes Wesen. Mancher der folgenden Punkte ist stichwortartig und bedarf der Vertiefung.

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Einem Toten beim Sterben zugucken

Posted by Dieter Paul Rudolph - 19. Februar 2013

Doch, es sind gute Nachrichten, mit denen uns das noch ziemlich junge Jahr entzückt. Nachdem die „Amazon-Affäre“ den Vertretern des organisierten kriminalliterarischen Verbrechens Gelegenheit bot, ein prächtiges Hochamt selektiver Wahrnehmung zu feiern, öffnet sich ein weiteres – und weites – Feld kollektiven Wehklagens. Der Regionalkrimi kriselt! Experte Reinhard Jahn beobachtet, „wie große Verlage ihr Programm für Regionalkrimis zusammenstreichen und die Arbeit mit Autoren beenden, wenn sie die Auflagenerwartung nicht erfüllen können.“ Hoppla! Aber ist das wirklich schon ein Anlass, eine schöne Flasche deutschen Sektes zu entkorken?

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Fall und Aufstieg

Posted by Dieter Paul Rudolph - 5. Februar 2013

Nein, das ist mir schon klar: Kriminalliteratur lebt von Stereotypen, von Versatzstücken, der Verwurstung des Ewiggleichen in immer neuen Zusammenstellungen, bis am Ende das Stilmittel der variierten Wiederholung ausgereizt ist und nur noch die Wiederholung selbst bleibt. Krimis sind dazu verdammt, in unregelmäßigen Abständen zu degenerieren, sich durch Inzucht fortzupflanzen, sich zu klonen, bis aus einer Novität endgültig eine Nervität geworden ist und schon die Zurkenntnisnahme des Klappentextes einen solchen Wiedererkennungseffekt zeitigt, dass man gar nicht weiterzulesen braucht und auch nicht kann, weil man schnellstens aufs Klo muss.

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