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Über das Sinnlose, das Unsinnige und das Sinnliche

Posted by Dieter Paul Rudolph - 10. März 2013

Haptisch soll sie sein. Ein Happen auf dem Tisch, hab dich. Wir wollen sie begreifen können, spüren, sehen und hören (Filme sollen abgespult werden, während das Papier beim Umblättern knistert), sie soll schmecken, aber bitte nach unserem Geschmack: die Literatur. Überhaupt: der Geschmack. Konkretisieren wir: Wohlgeschmack. Literatur darf nicht stinken, darf keine Übelkeit erregen. Sie muss, wenn schon haptisch, dann auch handlich sein und ins Regal passen. Ästhetisch hat sie uns zu entzücken, inhaltlich zu bestätigen. Sie soll Wärme erzeugen, angenehme Wärme, eine Temperatur knapp über lau, keineswegs heiß, schon gar nicht kalt. Wir wollen sie mit allen Sinnen aufnehmen wie eine gute Mahlzeit, denn Literatur ist Lebensmittel. Hauptsache, wir müssen nicht selbst kochen. Wir schieben sie in unser Gehirn und schalten die Leseautomatik an. Auf der letzten Seite klingelt es und das Buch ist fertig verdaut. Jetzt können wir wieder darauf warten, bis wir erneut hungrig auf Literatur sind. Zwischendurch scheiden wir das Verdaute aus, das merken wir nicht einmal, für Gelesenes gibt es keine Toiletten, es stinkt nicht, es schmeckt nicht, es ist unsichtbar und unhörbar, es ist sinnlos.

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2 Antworten to “Über das Sinnlose, das Unsinnige und das Sinnliche”

  1. Die Leser, die du beschreibst, habe ich auch. Das sind die, die sich beschweren, dass nicht alles nach ihrer vorgefassten Meinung geht: Der Satz ist zu lang, der Ausdruck nicht modern genug, das Titelbild passt nicht zum Sofa und das typisch amerikanische happy-Ende hinterläßt einen faden Geschmack. Fazit: bös. Nicht sehr, drei Sterne, zwei davon fürs Bemühen, aber insgesamt kein Wort über meine nähere Heimat, oder wenigstens Garmisch. Bös, also.

    Ich überlege ja schon täglich, ob die vielen Schwarzsamtelvisse im Wohnzimmer nicht wieder rausfliegen sollen, weil sie meinen Geschmack bisher nicht verbessert haben.

    Wie man´s macht, ist´s falsch. Fucking life.

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